Zucht


Experimente an Weidengewächsen:

Pappeln (Populus spp.) und Weiden (Salix spp.) sind Baumarten, die in Europa weitflächig angebaut werden und für die gut etablierte, intensiv mechanisierte Anbautechniken existieren. Alasia Franco Vivai hat sich dazu entschlossen, ihr Zuchtprogramm auf die Familie der Weidengewächse (Salicaceae) zu konzentrieren, insbesondere auf die Gattung Populus, aufgrund ihrer herausragenden Eigenschaften, wie:

hohe Produktivität in Ländern mit gemäßigtem Klima;

gute Eignung für den Anbau in verschiedenen Breitengraden;

schnelles Wachstum;

große Variabilität innerhalb und zwischen den Arten;

große Möglichkeiten der Hybridisierung;

die genetische Verbesserung, um immer effizientere Klone hervorzubringen.

Zudem gilt die Gattung Populus heute auch dank eines relativ kleinen und vollständig sequenzierten Genoms als Modellpflanze für die molekularbiologische Forschung an Baumpflanzen. Dank dieser neuen Erkenntnisse und ständiger neuer Entdeckungen von genomischen Bereichen durch die Wissenschaft, die zur Beschreibung einer bestimmten quantitativen Charakteristik dienen, kann in Zukunft die Auswahl und Zucht mithilfe von Techniken auf der Grundlage von molekularen Markern erheblich verbessert werden (Assistierte Selektion molekularer Marker – MAS, Genomische Selektion – GS), um einen schnelleren und sichereren genetischen Fortschritt zu gewährleisten.

In Bezug auf die Weide hat sich das Unternehmen auf die Baumarten und ihre Hybriden konzentriert, insbesondere auf Salix alba (Europa), Salix matsudana (China) und Salix nigra (Nordamerika).

Das Zuchtprogramm:

Das Programm, das wir verfolgen, zielt darauf ab, das beste Zuchtmaterial für die Entwicklung neuer Klone zu identifizieren, das nach funktionalen Kriterien für das Endprodukt ausgewählt wird.

Das Zuchtprogramm sieht vor:

Sammlung von Zuchtmaterial aus Wildpopulationen;

Vergleich und Auswahl der besten Genotypen jeder Herkunft in den Ursprungsgebieten;

kontrollierte Hybridisierung und Nachkommensprüfung;

Auswahl der besten Hybriden;

Test an unterschiedlichen Standorten auf offenem Feld;

Auswahl der besten standortspezifischen Klone;

Registrierung der Klone;

Patentierung kommerzieller Klone.

Ziele der Zucht und Auswahlkriterien:

Unser Zuchtprogramm basiert auf 4 Auswahlzielen

Krankheitsresistenz (Rostpilze, Pigmentstörungen, Blattabwurf im Frühjahr und Insekten)

Wachstum (Höhe, Durchmesser, Biomasseproduktion)

morphologische Eigenschaften der Pflanze (Form des Stammes, Verästelung usw.)

Holzeigenschaften (Grunddichte, Farbe, Spannungsholz)

Für jedes dieser Auswahlziele werden eine Reihe von Auswahlkriterien festgelegt, die aus von der wissenschaftlichen Gemeinschaft erarbeiteten Messprotokollen bestehen und das Ziel haben, die grundlegenden Eigenschaften der ausgewählten Pflanzen in Bezug auf die zu erreichenden Ziele genau festzulegen. In diesem Fall werden die Feldtests nach dem Anbaumodell organisiert, das für den zu bewertenden Klon angemessen ist: traditioneller Pappelanbau, Kurzumtrieb (Short Rotation Forestry – SRF) und mittelfristiger Forstbetrieb (Medium Rotation Forestry – MRF).

Um die für die Entwicklung eines speziellen Endprodukts notwendigen Eigenschaften zu verbessern, konzentriert sich unsere Forschung auf einige Schlüsselmerkmale:

Aufbewahrung des Hackguts:

Die Festlegung der besten Lagermethode für das Hackgut ist von grundlegender Bedeutung im Prozess der Herstellung und Verarbeitung von Pflanzenmaterial für die Energienutzung. Experimente des Forschungsinstituts für Agrartechnik der CRA (CRA-ING) haben versucht, zur Feststellung der Dynamik beizutragen, die bei der Lagerung von Pappel-Hackgut aus SRF auftritt. Die besten Testergebnisse wurden mit offenen Haufen gemacht, die im Freien unter wasserdichten Planen gelagert werden, wobei die basalen Abschnitte des gehackten Baums aus größeren Stücken bestehen, als die von kommerziellen Häckslern produzierten.

Heizwert und Aschenanteil:

Die Bewertung des Heizwerts des mit unseren Pflanzen produzierten Holzes ist für die Entwicklung eines Produkts entscheidend, das bei der Verbrennung eine höhere Ausbeute haben soll. Einige unserer registrierten Klone zeigen wettbewerbsfähige Heizwertdaten und einen niedrigen Aschenanteil nach der Verbrennung.

Grunddichte:

Die Grunddichte, die in Tonnen pro Kubikmeter ausgedrückt wird, gibt das Verhältnis zwischen der Masse des trockenen Holzes und dem Volumen des Holzes mit Feuchtigkeit an und stellt das am meisten genutzte Qualitätsmerkmal für Holzbrennstoffe dar. Dieses Auswahlkriterium, wesentlich für die Entwicklung von hochwertigem Material für die Herstellung von Platten (niedrige Grunddichte) oder für die Energiewirtschaft (hohe Grunddichte), wird umgehend bei unseren Klonen angewandt, um die Wahl im Auswahlprozess zu ermöglichen.

Chemie des Holzes:

Für die Produktion von Bioenergie und für die Holz- und Papierindustrie ist die Analyse der Holzqualität (Zusammensetzung und Menge an Lignin, Cellulose und Hemicellulose) unumgänglich, um über die Zucht das Produkt zu entwickeln, das am besten für die jeweilige Verwendung geeignet ist. Insbesondere ist die Bewertung des Anteils an Cellulose und Hemicellulose im Holz wichtig für die Auswahl der Klone, die für die Produktion von Bioethanol bestimmt sind, und eine wissenschaftliche Studie, die von verschiedenen Forschungsinstituten in Rumänien durchgeführt wurde, zeigt, dass einige unserer Klone in Bezug auf den Umwandlungsgrad und die Produktreinheit interessante Eigenschaften aufweisen.

Produktionsleistung an Nutzungsstandorten:

Das Ziel unserer Forschung ist es, Klone zu entwickeln, die für die Produktionszwecke unter den klimatischen Bedingungen der Zielregion geeignet sind. Zu diesem Zweck ist es wichtig, die Leistung der vor Ort ausgewählten Klone zu testen, um die Anpassungsfähigkeit an die Umgebungen, wo sie vertrieben werden, über die unterschiedlichen Anbauphasen zu überprüfen.

Andere interessante Arten:

Die experimentelle Tätigkeit erstreckt sich auch auf andere Arten, als die Pappel, die im Anbau für die Energiewirtschaft verwendet werden können, wie:

Arundo donax
das Vorgehen bei der Auswahl beinhaltet die Sammlung von wilden Ökotypen und deren anschließende Identifizierung, sowie die Vervielfältigung der produktivsten Genotypen auch in Südostasien, Nordafrika und Südeuropa.

Miscanthus spp.
das Vorgehen bei der Auswahl beinhaltet die Sammlung von Keimplasma in Wildpopulationen in Asien und die anschließende Hybridisierung und Auswahl der besten Genotypen.

 

 

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